Wenn wir mit Kommunikationsverantwortlichen bei Stadtwerken, Energieversorgern und Netzbetreibern sprechen – und das tun wir täglich, zeigt sich ein klares Bild: 2026 wird arbeitsintensiv, vielschichtig und politisch. Gleichzeitig eröffnen sich große Chancen, strategisch zu gestalten und Vertrauen zu stärken.
Wir bei Lots* bevorzugen eine pragmatische Zuversicht: Die Herausforderungen sind real, aber machbar. Mit strategischer Kommunikation und frühzeitigem Dialog haben Stadtwerke mehr Hebel in der Hand, als sie mitunter auf den ersten Blick wahrnehmen.
Wie gelingt das konkret? Welche Themen werden 2026 entscheidend? Und wo können Kommunikationsverantwortliche ansetzen?
Ein zentraler Punkt im kommenden Jahr ist – wenig verwunderlich – die Finanzierung der zukunftsfähigen Energie- und Wärmeversorgung: Sie wird komplexer und politischer. Zwischen Bundesprogrammen, Bankvorgaben und steigenden Investitionen wächst der Druck – umso wichtiger ist Klarheit. Kund*innen und kommunale Entscheider*innen brauchen Orientierung statt Krisenrhetorik. Kommunikation kann Strukturen festigen und erklären, Finanzierungskorridore verständlich machen und Verantwortlichkeiten einordnen. Schon kleine Schritte erhöhen die Sicherheit – intern wie extern.
2026 wird die Realität vieler Stadtwerke zudem stärker von Baustellen geprägt sein. Die Energiewende findet vor der Haustür statt: offene Straßen, ertüchtigte Netze, parallele Wärmeprojekte. Das bedeutet schwierige Gespräche und Kritik. Professionelle Kommunikation kann aus „Baustellenfrust“ nachvollziehbare Entwicklungen machen. Wer erklärt, wo und warum gebaut wird und welchen Nutzen das bringt, schafft Akzeptanz.
Auch das Stakeholder*innen-Management gewinnt weiter an Bedeutung. Bürgermeister*innen, Verwaltungen, Wohnungswirtschaft, Gewerbe, Initiativen – alle erwarten Transparenz und Beteiligung. Wir unterstützen Stadtwerke dabei mit Zielgruppenanalysen, Kommunikationsarchitekturen, Moderation und Strategien, die Verbindlichkeit schaffen. Wer Stakeholder*innen integriert und klar führt, vermeidet Konflikte und reduziert die Eskalationswahrscheinlichkeit.
Hinzu kommt die politische Kommunikation. Förderprogramme, Wärmeplanung, Netzausbau, CO₂-Regulierung und Berichtspflichten erzeugen hohen Abstimmungsdruck. Stadtwerke müssen präsenter und konsistenter auftreten. Politische Kommunikation wirkt – wenn sie faktenbasiert, verständlich und konsistent bleibt. Wer konkrete Lösungen einbringt, wird gehört.
Der Alltag der Kommunikationsleiter*innen bleibt ein „Dauerlauf in wechselndem Gelände“: Krisenthemen, Projektkommunikation, Presseanfragen, Bürger*innen-Dialog und politische Abstimmung. Gleichzeitig wächst der Anspruch an strategische Kommunikation. Sie kann Sicherheit schaffen, Prozesse strukturieren, Projekte beschleunigen und interne Zusammenarbeit stärken – vorausgesetzt sind ein realistischer Plan, klare Linien und eine Haltung, die Mut macht.
Dass diese Form der Kommunikation wirkt, zeigen unsere Projekte der vergangenen Monate:
In Magdeburg arbeiten Stadtwerk, FICHTNER und Lots* eng an der kommunalen Wärmeplanung zusammen – mit klaren Rollen und gemeinsamen Routinen. Eine von uns organisierte Bürgerveranstaltung überzeugte mit professionellen Informationsstationen, die komplexe Zusammenhänge verständlich machten. Das positive Feedback zeigt: Qualität im Dialog wirkt, auch bei kleinerer Teilnehmerzahl.
In Stuttgart standen interne Strukturen im Mittelpunkt. Projektleitung Wärme, Vertrieb und Kundencenter wurden so verzahnt, dass neue Angebote zur Wärmewende konsistent kommuniziert werden. Gleichzeitig rücken Stadt und Stadtwerke kommunikativ enger zusammen. Die gemeinsamen Veranstaltungen auf Stadtteilebene zeigten, wie kraftvoll dieses Zusammenspiel sein kann: gut besucht, lokal verankert und glaubwürdig.
Halle (Saale) ist ein Paradebeispiel dafür, wie multimediale Kommunikation Menschen erreicht. Der von uns konzipierte Themenmarkt wurde zum Magneten für Bürger*innen. Komplexe Inhalte konnten leicht verständlich erklärt werden. Die flankierende Sonderausgabe des Kundenmagazins und die neue Wanderausstellung zur Wärmeplanung erhöhten zusätzlich die Transparenz.
In Blankenfelde-Mahlow prägte ein „Fachbeirat Wärme“ den Prozess. Die Beteiligung war stärker von lokalen Unternehmen und Industrie getragen – typisch für kleinere Kommunen. Kurze Wege in der Verwaltung erleichterten Entscheidungen und ermöglichten eine sehr direkte Kommunikationsarbeit.
Auch technische Dienstleister beginnen ihre Rolle neu zu denken. Trianel – traditionell stark in der technischen Umsetzung – erkannte, dass Kommunen heute kommunikative Kompetenz ebenso erwarten wie Planungsqualität. Unsere Beratung zeigt diesen Wandel deutlich: Technik schafft die Grundlage, Kommunikation ermöglicht die Umsetzung.
In Hanau zeigt die früh eingerichtete „Taskforce Wärme“, wie Organisationen sich nachhaltig aufstellen können. Sie fungiert als dauerhaftes Struktur- und Entscheidungssystem, bündelt Verantwortung und ermöglicht eine langfristige Steuerung.
Diese Beispiele verdeutlichen, wie breit das Spektrum kommunaler Kommunikation ist und wie entscheidend sie für das Gelingen der zukunftsfähigen Wärmeversorgung wird. Auf Stadtwerke kommt 2026 viel Arbeit zu. Doch sie sind gut vorbereitet, verfügen über stabile Strukturen und haben große Chancen, die lokale Energieversorgung aktiv zu gestalten.
Wir sind überzeugt: Die Zukunft der Energieversorgung entsteht vor Ort – im Dialog mit den Menschen, die sie mitgestalten.
Sie möchten Ihre Kommunikationsstrategie für 2026 schärfen oder ein konkretes Infrastrukturprojekt kommunikativ begleiten? Sprechen Sie uns an. Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen die passenden Formate und Strategien. So können Sie Stakeholder*innen selbst führen, Konflikte frühzeitig entschärfen und Akzeptanz schaffen.