Radwegausbau und Radverkehrskonzepte kommunikativ so begleiten, dass Veränderungen im Straßenraum erklärt, eingeordnet und mitgetragen werden.
Radwege brauchen Platz. Platz, der heute oft noch Parkstreifen oder Fahrbahn ist. Wer das ändert, verändert den Alltag von Menschen. Anwohnende verlieren Parkplätze. Autofahrende fürchten, dass sich der Verkehr staut.
Kommunen und Städte wissen das. Trotzdem unterschätzen viele, wie früh Kommunikation beginnen muss – und wie viel sie bewirken kann. Wer erst erklärt, wenn der Beschluss gefasst ist, erklärt nicht mehr, der rechtfertigt.
Lots* begleitet Radverkehrsbeauftragte, Verkehrsplaner*innen und Kommunen dabei, Radverkehrsmaßnahmen so zu kommunizieren, dass Veränderungen im Straßenraum Akzeptanz finden. Wir binden Anwohnende, Gewerbetreibende und lokale Initiativen früh ein. Fachplanung übersetzen wir in eine Sprache, die alle Menschen erreicht.
Verständigungsorientierte Kommunikation bedeutet: Wir erklären die Planung nachvollziehbar – und wir hören zu, was Menschen vor Ort wissen und bewegt. Beides gehört zusammen.
Wer versteht, warum sich etwas verändert und dass die Planer*innen sich dabei etwas gedacht haben, kann sich auf Veränderungen einlassen – auch wenn sie zunächst unbequem sind. Gleichzeitig bringen Menschen vor Ort Wissen mit, das in der Planung noch fehlt: Wo queren Kinder die Straße? Wo parken Lieferwagen? Wo möglich, fließen solche Hinweise in die Planung ein. Nicht immer lässt sich etwas anpassen – aber wo es geht, entsteht ein Mehrwert: für die Qualität der Maßnahme und für das Vertrauen der Menschen, die mit ihr leben.
Gerade in Städten kommt es in der Verkehrsplanung oft zu Flächenkonkurrenz: Parkplätze fallen weg. Fahrspuren werden schmaler, manchmal müssen Bäume gefällt werden. Wer das plant, plant nicht nur Infrastruktur, sondern in die Gewohnheiten von Menschen hinein. Die reagieren. Und zwar bevor die erste Markierung auf dem Asphalt ist.
Radfahrende sind keine einheitliche Gruppe. Pendler*innen auf E-Bikes wollen schnell und sicher von A nach B. Eltern möchten baulich getrennte Radwege, damit ihre Kinder sicher unterwegs sind. Senior*innen sorgen sich um Konflikte mit zu schnellen Radfahrenden. Dazu kommen Fußgänger*innen, Gewerbetreibende, Verbände und Behörden – mit jeweils eigenen Bedenken und Interessen. Gute Kommunikation muss diese Vielfalt sichtbar machen – und gleichzeitig alle mitnehmen.
Viele Radverkehrsbeauftragte und Planende wissen, was nötig wäre. Aber sie sind unsicher: Wie viel Widerstand kommt? Wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste öffentliche Information? Was darf man sagen, bevor die Planung abgeschlossen ist? Diese Unsicherheit führt dazu, dass Kommunikation zu spät beginnt – und dann unter Druck stattfindet.
Lots* begleitet Radverkehrsmaßnahmen nach drei Grundsätzen – unabhängig davon, ob es um einen einzelnen Radweg oder ein gesamtstädtisches Konzept geht.
Radverkehrsplanung ist komplex. Netzverläufe, Sicherheitsabstände, Markierungsstandards – das sind Begriffe, die Planende verstehen. Betroffene Menschen nicht. Lots* übersetzt: aus Fachplanung wird verständliche Kommunikation – in Texten, Infografiken und Veranstaltungsformaten, die Menschen dort abholen, wo sie sind. Nicht dort, wo die Planung steht.
Die Interessen der Beteiligten widersprechen sich oft. Was für Radfahrende ein Gewinn ist, bedeutet für Autofahrende einen Verlust. Was Planende für vertretbar halten, empfinden Anwohnende als Einschnitt. Lots* kennt diese Spannungsfelder – und hilft dabei, trotzdem kommunikativ handlungsfähig zu bleiben. Nicht indem wir Konflikte verschweigen. Sondern indem wir sie benennen, bevor andere es tun.
In Hamm soll eine stark befahrene Ausgangsstraße einen sicheren, angemessen breiten Radweg bekommen. Bisher existiert dort nur ein schmaler Streifen – zu eng für sicheres Radfahren. Die Lösung erfordert: Parkplätze fallen weg. Der Straßenraum wird neu aufgeteilt.
Lots* begleitet die kommunikative Seite dieses Prozesses. Wir führen aufsuchende Beteiligung durch – direkt vor Ort, mit den Menschen, die die Straße täglich nutzen. Im Herbst folgt eine öffentliche Veranstaltung. Ziel ist es, Bedenken frühzeitig zu hören, ernst zu nehmen und in die weitere Planung einzubeziehen.
Wie bewegen Sie Menschen dauerhaft zum Umstieg – und nicht nur kurzfristig? Welche Kommunikation begleitet Verhaltensänderung wirklich, statt auf Einmaleffekte zu setzen? Das Playbook zeigt, wie Sie Zielgruppen analysieren, Maßnahmen entwickeln und Veränderungsprozesse strategisch gestalten – entstanden aus Forschung, gemacht für die Praxis.
Julia Fielitz begleitet Kommunen und Städte bei der Kommunikation von Mobilitätsprojekten. Sie kennt die Planungslogik der Verkehrsplaner*innen. Die Bedenken der Anwohnenden. Und die politische Vorsicht der Radverkehrsbeauftragten, die wissen, was nötig wäre – aber nicht genau wissen, wie sie es kommunizieren sollen. Sie ist selbst leidenschaftliche Radfahrerin. Das prägt ihren Blick: Sie weiß, was es bedeutet, wenn ein Radweg zu schmal ist, eine Kreuzung gefährlich – und warum Menschen trotzdem aufs Rad steigen, wenn die Bedingungen stimmen. Ihre Überzeugung: Gute Kommunikation schafft genau diese Bedingungen.
Information bedeutet: Wir sagen, was kommt. Beteiligung bedeutet: Wir fragen, was die Menschen bewegt – und lassen das in die Kommunikation einfließen. Beides hat seinen Platz. Entscheidend ist, ehrlich zu sein: Was ist noch gestaltbar? Was steht bereits fest? Wer das klar kommuniziert, schafft Vertrauen. Wer Beteiligung verspricht, wo keine möglich ist, verliert es.
Den Wegfall von Parkplätzen als Teil der Gesamtlösung kommunizieren. Es geht nicht darum, Anwohnenden etwas wegzunehmen – sondern darum, dass eine Stadt verschiedenen Interessen gerecht werden muss: Familien mit Kindern, Radfahrenden, Fußgänger*innen. Entscheidend ist, chancenorientiert statt defizitorientiert zu kommunizieren: Was entsteht? Sichere Radwege, mehr Aufenthaltsqualität, mehr Grün.
Gleichzeitig ernst nehmen: Nicht alle können auf das Auto verzichten. Deshalb gehört zur Kommunikation auch, konkrete Lösungen mitzudenken: Kooperationen mit Supermärkten für Feierabendparken, Unternehmensparkplätze, die nachts für Anwohner*innen geöffnet werden, Quartiersgaragen in fußläufiger Nähe. Und langfristig ein Parkraumkonzept, das die verschiedenen Bedürfnisse zusammendenkt – statt sie gegeneinander auszuspielen.
Das hängt vom Projekt ab – aber die Liste ist meist länger als erwartet. Anwohnende der betroffenen Straße, Pendler*innen, Gewerbetreibende, Fußgänger*innen, lokale Fahrradinitiativen wie der ADFC, Schulen, manchmal auch Denkmalschutzbehörden.
Kommunikation kann Verständnis für die Planung aufbauen, Bedenken frühzeitig sichtbar machen und lokales Wissen einbinden, das die Planung besser macht. Und sie kann Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven gehört werden. Was sie nicht kann: Flächenkonkurrenz auflösen. Nicht allen Interessen kann man immer gerecht werden – das gehört zur Realität jeder Verkehrsplanung. Aber man kann ins Gespräch kommenDas ist oft mehr wert als jede Kampagne.
Sie wollen Ihre Radverkehrsmaßnahme kommunikativ so aufsetzen, dass Konflikte nicht eskalieren – sondern gar nicht erst entstehen? Sprechen Sie mit Julia Fielitz.
Zum Kennenlernen, zum Vereinbaren von Terminen oder für Informationen: Am besten sprechen wir uns persönlich. Füllen Sie einfach das Kontaktformular aus. Wir melden uns dann umgehend bei Ihnen.