ÖPNV-Ausbau

Akzeptanz sichern, Projekte stabilisieren

Für Mobilitätsreferate, Verkehrsbetriebe und Kommunen, die beim ÖPNV-Ausbau Vertrauen aufbauen wollen, bevor Widerstand entsteht. 

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„Akzeptanz beim ÖPNV-Ausbau beginnt nicht mehr nur in der Öffentlichkeit. Sie beginnt in der eigenen Organisation, in den politischen Gremien, in den Ausschüssen – und das sehr viel früher als viele denken. Wer das unterschätzt, hat später ein Problem."

 

Sina Marx
Sina Marx Kommunikationsberaterin bei Lots*
ÖPNV-Ausbau und Netzerweiterung

ÖPNV-Ausbau und Netzerweiterung sind Infrastrukturprojekte mit einem positiven Zielbild. Und einem langen Weg mit viel Abstimmungsbedarf. Genehmigungsphasen dauern Jahre. Finanzierungsfragen sind politisch heiß. Die Zahl der Akteur*innen, die frühzeitig eingebunden werden wollen, wächst: Naturschutzbehörden, Sicherheitsbehörden, Stadtratsfraktionen, Anwohnende entlang der Strecke.

Mobilitätsreferate, Verkehrsbetriebe und Kommunen stehen vor der Aufgabe, diese Projekte nicht nur zu planen, sondern kommunikativ so aufzusetzen, dass sie über lange Laufzeiten stabil bleiben.

Lots* begleitet ÖPNV-Ausbauprojekte und Netzerweiterungen in deutschen Städten. In über 80 Projekten haben wir gelernt: Die entscheidenden Hebel liegen in Phase 0 – bevor ein Projekt öffentlich wird.

Was ist Akzeptanz­kommunikation beim ÖPNV-Ausbau?

Akzeptanzkommunikation beim ÖPNV-Ausbau ist die strategische Planung und Steuerung aller Kommunikationsprozesse rund um Netzerweiterungen, Lückenschlüsse und neue Schieneninfrastruktur. Sie beginnt vor dem ersten öffentlichen Planungsschritt und begleitet ein Projekt durch alle Phasen bis zur Inbetriebnahme. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen: in der Öffentlichkeit, in der Politik und innerhalb der beteiligten Organisationen.

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Warum ÖPNV-Ausbau kommunikativ so anspruchsvoll ist

Group 112

Verschlechterungen ankündigen statt verharmlosen

Lieber mehr ankündigen als weniger: Wer erhebliche Einschränkungen klar benennt, erzielt drei Effekte. Wer es schlimm findet, fühlt sich ernst genommen. Wer es weniger schlimm erlebt als erwartet, ist positiv überrascht. Und weniger Menschen fahren zu den kritischen Zeiten – was die tatsächlichen Auswirkungen reduziert. Ehrlichkeit ist keine Schwäche, sondern Strategie. 
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Von innen nach außen kommunizieren

Nur wenn die internen Informationsflüsse zwischen Planungsteam und Kommunikation einwandfrei funktionieren, kann die Außenkommunikation wirken. Wenn Projektleitende, Kommunikationsverantwortliche und Führungskräfte nicht mit einer Stimme sprechen, spürt das die Öffentlichkeit sofort.  
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Kommunikation endet nicht mit der Genehmigung

Viele Auftraggeber investieren in Kommunikation bis zur Baugenehmigung – und fahren sie danach zurück. Dabei ist die Bauphase selbst kommunikativ die anspruchsvollste: täglich neue Entwicklungen, täglich neue Fragen. Wer hier abbricht, verliert das Vertrauen, das er sich mühsam aufgebaut hat. 

Wie Lots* Baukommunikation macht: Haltung und Methodik

Baukommunikation bei Lots* folgt drei Grundsätzen, die in jedem Projekt die Basis bilden. Unabhängig von Projektgröße, Branche oder Konfliktlage.

Menschen wollen wahrgenommen werden, nicht mitgenommen

Anwohnende wollen spüren, dass ihre konkrete Situation bekannt ist – ihr Arbeitsweg, ihr Gewerbe, ihr Alltag. Lots* nimmt Betroffene als Expert*innen für ihr eigenes Lebensumfeld ernst. Das bedeutet: zuhören, bevor informiert wird. Und kommunizieren, was Menschen wirklich betrifft – nicht, was das Projekt für sich beansprucht. 

 

Ehrlichkeit vor Transparenz

Menschen wollen nicht alle Dokumente sehen. Sie wollen ehrlich über das informiert werden, was sie betrifft. Lots* folgt dabei einem klaren Grundsatz: Nicht alles muss gesagt werden – aber was gesagt wird, muss stimmen. Das schließt ein, Verschlechterungen klar anzukündigen statt zu verharmlosen. Wer Erwartungen richtig setzt, schafft Vertrauen. Wer schönredet, verliert es. 

Multiperspektivisch denken, gezielt kommunizieren

Erfolgreiche Baukommunikation erfordert Perspektivwechsel. Lots* beginnt deshalb mit einer systematischen Umfeld- und Stakeholderanalyse. Der eine Stakeholder braucht frühzeitige Informationen für seine Mitarbeitenden. Die andere hat die Erreichbarkeit für Rettungskräfte im Blick. Der dritte hat einen leichten Schlaf. Wer das weiß, kommuniziert gezielt – zum richtigen Menschen, zum richtigen Zeitpunkt, über den richtigen Kanal. 

Bau­kommunikation in der Praxis: Drei Beispiele

Stadtwerke Halle – Elisabethbrücke

Stadtwerke Halle – Elisabethbrücke

Die Stadtwerke Halle bauten die Elisabethbrücke neu – ein Vorhaben mit hoher öffentlicher Sichtbarkeit und direkten Auswirkungen auf den Stadtverkehr. Lots* begleitete die gesamte Bauphase mit strategischer Kommunikationsberatung, Infrastruktur- und Akzeptanzkommunikation sowie der Begleitung der Eröffnung. Ergebnis: Ein Bauprojekt, das in der Öffentlichkeit als transparent und verlässlich wahrgenommen wurde. 

Magdeburger Verkehrsbetriebe – Gleissanierung Alter Markt

Magdeburger Verkehrsbetriebe – Gleissanierung Alter Markt

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe sanierten Gleisanlagen und Haltestellen im Herzen der Stadt – mit direkten Auswirkungen auf Gewerbe, ÖPNV und Stadtbild. Lots* übernahm die strategische Kommunikationsberatung: Stakeholder-Workshop, Moderation eines Unternehmerabends für rund 40 Gewerbetreibende sowie eines Infomarkts mit rund 300 Bürger*innen. Ergebnis: Die Gewerbetreibenden fühlten sich rechtzeitig eingebunden. Die Bauzeit verläuft frei von Krisen. 

Autobahn GmbH des Bundes – A3-Ausbau bei Regensburg

Autobahn GmbH des Bundes – A3-Ausbau bei Regensburg

Die A3 bei Regensburg wurde über sechs Jahre von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut – mit 16 neuen Brücken und 19 km Lärmschutzanlagen mitten in einer Lebensader der Region. Lots* übernahm die baubegleitende Kommunikation: Kommunikationsstrategie, Multi-Stakeholder*innen-Management, Dialogformate für Anwohnende sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit Sprechermandat. Ergebnis: Sechs Jahre Bauzeit, anhaltende Akzeptanz bei Anwohnenden, Wirtschaft und Politik.

Vertiefung: 
White Paper Bau- und Projekt­kommunikation

Vertiefung: 
White Paper Bau- und Projekt­kommunikation

Welche Faktoren tragen zum kommunikativen Gelingen von Infrastrukturprojekten bei? Wie schaffen Sie frühzeitig Akzeptanz und Vertrauen in der Öffentlichkeit? Das White Paper zeigt, welchen Einfluss die richtige Kommunikationsstrategie auf den Projekterfolg hat.

Ihre Ansprechpartner für Bau­kommunikation 

Christoph Graebel

Christoph Graebel

Kommunikationsberater bei Lots*

Christoph Graebel begleitet bei Lots* Bau- und Infrastrukturprojekte – vor, hinter und neben seinen Kund*innen. Mal tags, mal nachts, mal am Wochenende. Er kennt die Zwänge der Bauleute, die Planungslogik der Ingenieurinnen und die Fragen der Anwohnenden. Und er weiß: Erfolgreiche Baukommunikation ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von strategischem Wissensaufbau, Perspektivwechseln und kontinuierlicher Anpassung.

Häufige Fragen zur Bau­kommunikation 

So früh wie möglich – idealerweise bevor ein Projekt öffentlich bekannt wird. Wer erst kommuniziert, wenn die Bagger rollen, kämpft gegen Bilder, die bereits in den Köpfen sind. Kommunikation, die in der Planungsphase ansetzt, schafft Vertrauen, bevor Widerstand entsteht – und spart Aufwand im Krisenfall. 
Überall dort, wo Baumaßnahmen das direkte Lebens- und Arbeitsumfeld von Menschen berühren: Gleissanierungen, Brückenprojekte, Straßenausbau, Wärmenetzausbau, Kanalarbeiten, Stadtentwicklung. Kurz: bei allen Projekten, bei denen Akzeptanz keine Selbstverständlichkeit ist. 

Öffentlichkeitsarbeit informiert. Baukommunikation steuert. Sie bestimmt, wer wann welche Information bekommt – und in welcher Form. Sie koordiniert interne und externe Kommunikationsprozesse, entwickelt Botschaften für unterschiedliche Zielgruppen und begleitet ein Projekt kontinuierlich durch alle Phasen. Das ist mehr als Pressearbeit. 

Nicht über Reichweiten oder Website-Zugriffe. Entscheidend sind reale Auswirkungen: Genehmigungsverfahren, die reibungsloser liefen. Verzögerungen, die ausgeblieben sind. Stakeholderinnen, die sagen: „Wir haben immer alles rechtzeitig gewusst." Und Journalistinnen, die berichten: „So schlimm war es ja gar nicht." 

Zeit und Geld. Verzögerungen durch Einsprüche, Klagen oder politischen Widerstand können Monate oder Jahre kosten. Reputationsschäden kommen hinzu – und erschweren die Kommunikation des nächsten Projekts. Investitionen in Baukommunikation sind fast immer günstiger als die Folgekosten fehlender Akzeptanz. 

Akzeptanz für Ihr Bauprojekt sichern?

Sie wollen Ihr Infrastrukturprojekt kommunikativ so aufsetzen, dass Vertrauen entsteht – bevor der erste Bagger rollt? Sprechen Sie mit uns. Oder vertiefen Sie das Thema mit unserem White Paper zur Bau- und Projektkommunikation.

Christoph Graebel
Christoph Graebel Kommunikationsberater